"Der Kampf gegen den Faschismus muß als Massenkampf geführt werden. [...] Es ist ein Kampf an dem alle, aber auch alle teilnehmen müssen."

Hermann Remmele

"...das Beste und Kostbarste, was die deutsche Partei besitzt... das Gold der Arbeiterklasse."

Hermann Remmele
* 15.11.1880 in Ziegelhausen bei Heidelberg
† 07.03.1939 in Moskau
Staatsangehörigkeit bei Geburt: Deutsch
Staatsangehörigkeit bei Tod: UdSSR (Russisch)
Ehefrau

Anna Remmele

* 1888
† 1947
Tochter

Hedwig Remmele

* 1907
† 1984
Sohn

Helmut Remmele

* 1910
† 1938
Bruder

Adam Remmele

* 1877
† 1951
Bruder

Peter Remmele

Land des Kampfes für die Menschenrechte: Deutschland, UdSSR (Russland)
Ort des Kampfes für Menschenrechte: Mannheim, Berlin, Moskau
Bereich Art Von Bis Ort
Schule Volksschule 1887 1895 Ludwigshafen am Rhein
Lehre Eisendreher 1895 1898 Ludwigshafen am Rhein (Gießerei der Gebrüder Sulzer)
Beruf Wanderschaft nach der Lehre als Geselle 1898
Soldat verpflichtender Wehrdienst 1901 1903 Mehrere badische Kasernen
Beruf Funktionär der SPD 1907 1908 Offenbach
Weiterbildung Parteischule der SPD 1907 1908 Berlin
Beruf Mitarbeiter der „Leipziger Volkszeitung“ 1908 1910 Mannheim
Beruf Redakteur der SPD-Zeitung „Volksstimme“ & Funktionär der SPD 1910 1914 Mannheim
1. Weltkrieg Soldat 1914 1918 Westfront
Beruf Hauptamtlicher Sekretär & Redakteur der USPD in Württemberg 1919 1920 Mannheim & Stuttgart
Politiker Reichstagsabgeordneter für die USPD 1920 Berlin
Beruf Zentralmitglied der KPD 1920 1933 Berlin
Beruf Mitglied des Politbüros 1924 Berlin
Politiker Reichstagsabgeordneter für die KPD 1924 1933 Berlin
Beruf Polleiter der KPD Berlin-Brandenburg 1925 Berlin
Beruf Chefredakteur der KPD-Zeitung Rote Fahne 1925 1926 Berlin
Widerstand Leiter des Kampfbundes gegen den Faschismus 1930 1933 Berlin & Moskau
Beruf Mitarbeiter innerhalb der Agitations- und Propagandaabteilung der Kommunistischen Internationale 1933 1937 Moskau
Beruf Instrukteur ausländischer Arbeiter in einem Betrieb 1936 1937 Charkow

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) [1897 – 1917]

Ort: Ludwigshafen am Rhein, Berlin & Mannheim
Eintrittsgrund: Einfluss durch seine sozialdemokratische Familie (Vater & Bruder)
Funktion / Tätigkeit: Zeitweise Parteifunktionär & Arbeit an der Parteizeitung

Deutscher Metallarbeiterverband [1897 - ?]

Ort: Ludwigshafen am Rhein
Eintrittsgrund: influss durch seine sozialdemokratische Familie & Lehre zum Eisendreher
Funktion / Tätigkeit: Nicht bekannt

Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD) [1917 – 1920]

Ort: Mannheim, Stuttgart & Berlin
Eintrittsgrund: Seit vielen Jahren Teil des linken Flügels der SPD
Funktion / Tätigkeit: Gründungsmitglied der USPD, Parteifunktionär, Leiter der USPD in Württemberg, Leiter der Arbeiter & Soldatenräte in Mannheim, Reichstagabgeordneter, Initiator einer kurzlebigen Räterepublik in Mannheim

Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) [1920 – 1934]

Ort: Berlin & Moskau
Eintrittsgrund: Seit jeher Teil des linken Flügels der USPD
Funktion / Tätigkeit: Parteifunktionär, zeitweise Chefredakteur der Parteizeitung „Rote Fahne“, Teil des Politbüros und des Zentralkomitees, Reichstagsabgeordneter, Parteispitze im Teil des Triumvirates, Kampfleiter gegen den Faschismus & Agitationsarbeit

Kommunistische Internationale [1920 – 1937]

Ort: Moskau
Eintrittsgrund: Kommunistische Überzeugungen, das Ziel einer Revolution & wichtige Funktion innerhalb der KPD
Funktion / Tätigkeit: Teil des Exekutivkomitee (1926 – 1934), Mitarbeit in der Agitations- und Propagandaabteilung (1934 - ?), Teil des Präsidiums, Theoretische und historische Arbeit

Brandler-Zentrale (Teil der KPD) [1923]

Ort: Berlin
Eintrittsgrund: Wurde in die Zentrale gewählt & Ziel einer sozialistischen Republik nach sowjetischem Vorbild
Funktion / Tätigkeit: Wichtiger Mitorganisator für den „Deutschen Oktober“, Bote des Aufstandsbefehl für Hamburg

Neumann-Remmele-Gruppe (Teil der KPD) [1931- 32]

Ort: Berlin
Eintrittsgrund: Versuch Thälmann abzusetzen und eine neue ultralinke Parteilinie zu fahren
Funktion / Tätigkeit: Mitanführer

Leitmotiv

Kampf gegen den Faschismus und für eine egalitäre Gesellschaft

Hermann Remmele legte einen langen politischen Aufbauprozess hin, der in seiner sozialdemokratischen Familie in den 1890ern startete und als nicht-stalinistischer Kommunist im russischen Exil in den 1930ern endete. Während des Aufstiegs des Nationalsozialismus agierte er im Rahmen der Antifaschistischen Aktion im Kampfbund gegen den Faschismus öffentlich gegen die NSDAP und musste schließlich 1933 nach Russland fliehen. Doch endete seine Geschichte jedoch nicht, denn er wurde 1937 und 1939 Opfer des Stalinismus und wurde vom NKWD ermordet.

Wie wurde die Geschichte bekannt?

Seine Tochter Hedwig Remmele kämpfte nach der Rückkehr in die DDR (1956) lange um eine Rehabilitierung ihres Vaters. Nach langjährigem Kampf erreichte sie, dass 1969 die SED das Todesdatum Remmeles bekannt gab und 1970 gestand, dass Hermann Remmele unschuldig verhaftet und ermordet wurde. 1988 kam es schließlich auch zur Rehabilitierung durch die UdSSR.

Wann wurde die Geschichte bekannt?

1969/70

Wo wurde die Geschichte bekannt?

Deutschland (speziell DDR)

Durch wen wurde die Geschichte bekannt?

Hedwig Remmele, seine Tochter

Literatur (Literatur, Filme, Webseiten etc.)

  • Becker, Klaus Jürgen: Zwischen Parteispitze und GULag. Hermann Remmele, in: Becker, Klaus Jürgen; Hildebrandt, Jens (Hgg.): Zeit der Extreme. Die kurpfälzische Arbeiterbewegung zwischen KZ und GULag, Ludwigshafen am Rhein 2014, S. 2 – 9.
  • Herbst, Andreas; Weber, Hermann: Art. „Remmele, Hermann“, in: Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945, Berlin 2008, S. 605 – 607.
  • Merz, Hans-Georg: Art. „Remmele, Hermann“, in: Neue Deutsche Biographie, Bd. 21, Berlin 2003, S. 419.
  • Mühldorfer, Friedbert: Art. „Kampfbund gegen den Faschismus, 1930 – 33“, in: Historisches Lexikon Bayerns, München 2007, URL: https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/LexikonKampfbund_gegen_den_Faschismus,_1930-1933 , abgerufen am 24.02.2025.
  • Münz-Koenen, Inge: Familie Remmele, in: Hedeler, Wladislaw; Münz-Koenen, Inge (Hgg.): „Ich kam als Gast in euer Land gereist…“. Deutsche Hitlergegner als Opfer des Stalinterrors. Familienschicksale 1933 – 1956, Berlin 2013, S. 89 – 103.
  • Peukert, Detlev: Art. „Remmele, Hermann“, in: Biographisches Lexikon zur Weimarer Republik, München 1988, S. 269.

Eigene Werke

  • Remmele, Hermann: Die Sowjetunion, Bd. 1 & 2, Hamburg 1932.
  • Remmele, Hermann: Kommunismus die einzige Rettung, Berlin 1930.
  • Remmele, Hermann: Schritt Halten! Warum muss der Kampf gegen 2 Fronten gerichtet werden?, hg. v. Joachim Welsch (Die Internationale), Hamburg 1971.
  • Remmele, Hermann: Sowjetstern oder Hakenkreuz. Die Rettung Deutschlands aus der Youngsklaverei und Kapitalknechtschaft, Berlin 1930.
  • Remmele, Hermann: Wen wählt das deutsche Volk? Hitler oder Kommunisten, Berlin 1932.

Hermann Remmele wurde bereits früh durch seine sozialdemokratisch organisierte Familie in die Politik geführt und hat dadurch eine frühe Politisierung bereits im Kaiserreich erfahren können. Durch die politischen wie auch historischen Entwicklungen der Zeit erlebte Remmele viele Veränderungen, gerade innerhalb der sozialdemokratischen Bewegung. Als Teil des linken Flügels der SPD und der USPD organisierte er sich später kommunistisch. Auf diesem Weg lernte er immer mehr Menschen kennen, die ähnlicher Überzeugung waren, darunter auch seine Frau Anna.

Als kommunistisch organisierter Politiker der Zeit und durch seine Überzeugung, dass es eine Veränderung der Parteilinie der KPD bezüglich der NSDAP und SPD geben musste, wollte er mehr gegen den Faschismus unternehmen. Dabei scheute er auch nicht davor zurück, die Parteiführung unter Thälmann und damit Stalins Position anzugreifen. Schließlich musste er aber mit seiner Familie aus Deutschland fliehen, um sich und seine Familie zu schützen.

•Politische Einstellung
•Umfeld (Freunde & Familie)
•Umstände
•Persönlichkeit

Menschenwürde
Geltung der Rechte für alle Menschen in allen Ländern und Gebieten unabhängig von ihrer internationalen Stellung
Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit
Verbot von Folter oder grausamer, unmenschlicher Behandlung
Gleichheit vor dem Gesetz
Verbot der willkürlichen Verhaftung oder Ausweisung
Recht an der Gestaltung der öffentlichen Ordnung mitzuwirken
Recht auf soziale Sicherheit
Nahrung
Recht auf bezahlte Arbeit, gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit
Anspruch auf ausreichende Lebenshaltung, auf Sicherheit bei Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität, Verwitwung und Alter, Schutz für Mütter und Kinder

EINLEITUNG

Hermann Remmele ist einer der bekanntesten kommunistischen Kämpfer gegen den Faschismus und zugleich einer der bekanntesten Opfer des Stalinismus. Seine Geschichte ist geprägt von einer lebenslangen Politisierung, die ihm später das Leben kosten würde. Als eine der wichtigsten Figuren innerhalb des deutschen Kommunismus in den 1920er- und 30er-Jahren prägte er als Leiter des Kampfbunds gegen den Faschismus auch die Antifaschistische Aktion mit. Geflüchtet aus dem neuetablierten NS-Staat wurde er in den 1930ern in der Sowjetunion Opfer des Stalinismus. Nach dem gezwungenen Rückzug aus dem politischen Leben wurde er später aufgrund falscher Anschuldigungen vom NKWD (Innenministerium der UdSSR) ermordet. Er steht damit stellvertretend für alle geflüchteten deutschen Kommunist*innen, die Opfer des Stalinismus wurden.

DIE GESCHICHTE

Politisierung in der Jugend

Hineingeboren in die Müllerfamilie Remmele erlebte Hermann in seiner Kindheit immer wieder Umzüge. Da sein Vater Peter Remmele regelmäßig die Mühle wechselte, teils zu Kundenmühlen oder zu einer eigenen Mühle, waren sie auf ständigen Wohnortswechsel angewiesen. Auch wenn Hermann anders als seine größeren Brüder Adam (geboren in Altneudorf) und Peter (geboren in Durlach) in Ziegelhausen bei Heidelberg geboren wurde, erlebte er den Großteil seiner Kindheit an unterschiedlichen Orten. Zwei Jahre seines Lebens lebte er in Altneudorf, ein Jahr in Budenheim, doch die meiste Zeit verbrachte er in Ludwigshafen am Rhein.[1]

In dieser Stadt schloss er nicht nur seinen Volksschulabschluss ab, sondern begann und vollendete auch seine Lehre zum Eisendreher. Im Laufe dieses Zeitraums begann auch seine Politisierung, welche vor allem durch seine Familie, aber auch durch seine Lehre beeinflusst wurde. Er trat in die SPD ein und organisierte sich zudem im Deutschen Metallarbeiter-Verband. Als früh politisierter Mann wurde er im Alter von 17 Jahren für die SPD politisch aktiv. [2] Schon damals war sein Engagement geprägt von Eigeninitiative. So warb er während seiner Wehrpflicht nicht nur als einer der ersten illegal in Kasernen, sondern war auch ein wichtiger Akteur in der Gründung der badischen Arbeiterjugendbewegung. [3]

Vom Revisionisten zum Sozialisten

Über das, was zwischen jenem Wehrdienst 1901 bis 1903 und dem Ende seiner Lehre 1898 geschah, ist wenig bekannt. Einzig seine Gesellenwanderschaft ist belegt. [4] Klar zu sein scheint auf jeden Fall, dass seine Wanderschaft wenig an seinem Politikverständnis geändert hat. Ein ähnliches Urteil kann für die Jahre 1903 bis 1907 gefunden werden. Auch für diese Zeit seines Lebens ist wenig bekannt. Lediglich sein Umzug zurück nach Ludwigshafen scheint eindeutig zu sein. Ein wichtiges Jahr in seinem Leben steht aber vor allem am Ende dieser längeren Lücke. Im Jahr 1907 heiratete er nicht nur seine Frau Anna, geborene Lauer, sondern auch seine Tochter Hedwig Remmele kam zur Welt. Im Anschluss der erfreulichen Veränderungen zog er mit seiner neugegründeten Familie nach Mannheim, in eines der Zentren des politischen Lebens in Baden. Gerade seine politische Laufbahn bekam dadurch in diesem Jahr wieder Auftrieb. [5] Er mobilisierte Jugendliche für die Sozialdemokratie in unterschiedlichen Jugendvereinen, war Sekretär der internationalen Konferenz der sozialistischen Jugendorganisationen [6] und besuchte danach sogar die SPD-Parteischule in Berlin. [7]

Durch die Studien und Kontakte, die er in Berlin schließen konnte, war ab hier für Remmele klar, dass er von der revisionistischen [8] Sicht der badischen SPD abtreten wollte, um in den linken Flügel der SPD zu kommen. Denn beeinflusst durch den Kontakt zu Ludwig Frank und seinem Ursprung in der von Franz Josef Ehrhart geführten Ludwigshafener SPD, war er zuvor noch Teil der revisionistischen SPD. [9]

Nach der Rückkehr nach Mannheim wurde Remmele Parteifunktionär für die SPD. [10] Ob sein Funktionärsstatus sich auch während seiner Tätigkeit in der „Leipziger Volkszeitung“ weiterzog, ist nicht bekannt. Ohne den vorherigen Besuch der Parteischule wäre allerdings eine solche journalistische Arbeit eigentlich nicht möglich gewesen, hatte er doch Eisendreher als Beruf erlernt. Unterstützt durch den Besuch der SPD-Parteischule erlangte er dadurch journalistische Erfahrungen, die für seine Parteiarbeit wichtig werden sollten. Nicht nur für die Arbeit an Zeitungen wie der Mannheimer SPD-Zeitung „Volksstimme“ von 1910 bis 1914, sondern auch für seine Agitationsarbeit. [11] Während der Arbeit an der „Volksstimme“ gebar seine Frau Anna außerdem den gemeinsamen Sohn Helmut Remmele. [12]

Neben der Erweiterung seiner politischen Fähigkeiten lässt sich eine weitere Entwicklung in seiner politischen Einstellung erkennen, eine Art Radikalisierung. Eine eher untypische Entwicklung für ein damaliges badisches SPD-Mitglied. Denn er arbeitete für den Mannheimer Diskussionsklub „Karl Marx“ [13] und hielt regen Briefverkehr mit linksfraktionellen SPD-Delegiert*innen. In Briefen verdeutlichte er seine Position: „Selbstverständlich verkriechen wir uns nicht angesichts der großen Übermacht ins Mauseloch.“[14]

 

Radikalisierung um die Novemberrevolution

Mit dem Jahr 1914 rückten weltpolitische Spannungen in den Vordergrund, welche sich im späten Juli und frühen August im Ersten Weltkrieg entluden. Der Krieg stellte nicht nur eine historische Zäsur, sondern auch eine in Remmeles Leben dar. Denn wie viele andere Deutsche und Europäer musste auch er seinen Wehrdienst wahrnehmen, um an der Westfront zu kämpfen. [15] Doch auch während dieser Zeit blieb er nicht politisch untätig. So arbeitete er auch während seiner Zeit als Soldat im laufenden Kriegsgeschehen weiter in der linken Opposition der SPD. Eine schwierige Angelegenheit, war er doch die meiste Zeit an der Front und konnte dadurch wenig Politik in seiner Heimat machen. Doch die Zeit, die er in seiner Heimat verbrachte, konnte er gut nutzen. Denn in einem kurzen Fronturlaub im Jahr 1916 formte und organisierte er in seiner Heimatstadt Mannheim die übrigen Nicht-Revisionisten in dem Ortsverband. [16] Jene Oppositionelle machten durch die neue Organisation auch in Remmeles Abwesenheit Politik. Dabei näherten sie sich einer neuen Bewegung an, die sich bei den Sozialdemokraten während des Krieges breitmachte. Eine radikalere Bewegung, die sich von den Reformen entfernte, dafür aber tiefer in den Klassenkampf ging. Die Bewegung ging später in der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, kurz USPD, auf. Auch Remmeles politische Laufbahn wurde durch die USPD entscheidend mitgeprägt. Er selbst wurde 1917 Gründungsmitglied der USPD und erreichte dadurch schnell eine relevante Position in der Partei. Damit war ein weiterer wichtiger Schritt hin in Richtung seiner kommunistischen Gesinnung getan.

Nach der Novemberrevolution und damit auch nach dem Ende des Ersten Weltkriegs engagierte sich Remmele weiter in der USPD und erreichte dabei vor allem in Mannheim und Baden eine wichtige Rolle. Schon während der Novemberrevolution etablierte er als Bezirkssekretär Badens und der Pfalz [17] mit weiteren wichtigen USPD-Mitgliedern in Mannheim den Mannheimer Arbeiter- und Soldatenrat [18].

Als wichtiges Mitglied auch innerhalb des Rates wurde er später zudem in die Arbeiter- und Soldatenräte für Baden gerufen. Dort propagierte er bereits eine sozialistische Weltrevolution, die auch in Deutschland eine Räterepublik herbeiführen sollte. Doch seine Bemühungen trugen weder global, national noch lokal wirklich Früchte. Eine globale oder deutschlandweite sozialistische Revolution blieb wie bekannt aus. Auch auf lokaler Ebene verzeichnete er mit der USPD Rückschläge. So zogen die USPD im Gegensatz zur SPD nicht in den Badischen Landtag. Sein Bruder Adam, damals ein wichtiger Mann in der badischen SPD, war im Gegensatz zu Hermann damit im Landtag. Schon zuvor standen die beiden Brüder in Konkurrenz und redeten spätesten ab diesen Zeitpunkt nicht mehr miteinander. [19]

Auch die von der USPD und Hermann vorbereitete und durchaus mitgestaltete Räterepublik in Mannheim blieb nur von kurzer Dauer. Dies hielt Hermann Remmele allerdings nicht auf. Trotz der ersten politischen Rückschläge, die er verzeichnen musste, blieb er weiter politisch aktiv und kämpfte weiter für eine gerechtere Welt, auch wenn sich im weiteren Verlauf seine politische Heimat ändern würde.

Hinwendung zum Kommunismus

Rund um den Ersten Weltkrieg ließ sich viel Veränderung in Remmeles Leben erkennen. Zwar lebte er vorerst noch in Mannheim, aber sein Parteienstatus änderte sich innerhalb weniger Jahre mehrmals. Noch während er wichtige Positionen innerhalb der USPD einnahm (Reichstagsabgeordneter, Sekretär und Redakteure für den Landesverband Württemberg [20], plädierte er dafür, dass die USPD Teil der Kommunistischen Internationale werden sollte [21]. Spätestens ab diesen Zeitpunkt war für Hermann Remmele klar, dass seine Gesinnung nicht mehr sozialdemokratisch, sondern links-sozialistisch beziehungsweise kommunistisch war. Eine Einstellung, die sich sein Leben hinweg nicht mehr ändern würde. Für Remmele stand fest, dass er sich den Kommunismus verschrieben hatte. Für das Ziel des Kommunismus blieb er auch nicht untätig. Denn wie viele andere Kommunist*innen auch, wechselte er von der USPD hin zur Kommunistischen Partei Deutschlands, eine Partei, die aus der USPD hervorging. Als Teil des Vereinigungsparteitags wechselte Remmele zur VKPD, später nur noch als KPD bekannt. In der Partei übernahm er von Beginn des Wechsels ein Parteisekretariat und war damit Teil des Zentralkomitees [22]. Schon von Beginn an war er also in Spitzenpositionen der Partei. Er wandte sich von der lokalen Politik in Mannheim, Baden und Württemberg ab, hin zu einer deutschlandweiten Politik. Hier war er ebenso recht erfolgreich. Der Wohnortwechsel seiner Familie bezeugte jene Veränderung außerdem, zuerst zogen sie von Mannheim nach Stuttgart und von Stuttgart nach Berlin [23].

Seinen politischen Platz innerhalb der Partei musste Remmele allerdings erst noch finden. Zwar galt er ebenfalls innerhalb der KPD als eine Person, die eher im linken Flügel saß, doch wirkte er oft flügelübergreifend mit anderen Kommunist*innen innerhalb der Partei zusammen [24]. So war er gegen Ende vor allem Teil des ultralinken Flügels um Heinz Neumann, in der Mitte der 1920er war er eher der Mitte zuzusprechen und gerade am Anfang der ‚rechten‘ „Brandler-Gruppe“ zuzuschreiben, welche verantwortlich war für den „Deutschen Oktober“. [25]

Der Deutsche Oktober

Nach der Einfindung in die neue Partei agierte Remmele anfangs rund um die Brandler-Gruppe, die damals mehr oder weniger die KPD-Parteispitze darstellte [26]. Heinrich Brandlers Ansatz war es, anders als es viele in der Partei wollten, mit dem linken Flügel der SPD zusammenzuarbeiten, um den Traum einer Arbeiterregierung umsetzen zu können. Diese Taktik bewährte sich, als das Krisenjahr 1923 heranrückte und damit auch die französische Ruhrbesetzung. Denn in weiten Kreisen, auch innerhalb der Komintern (Kommunistischen Internationalen) in Russland, wurde die Zuspitzung des Konflikts als Chance für eine Revolution gesehen [27]. In Kooperation mit dem linken Teil der SPD sollte ein Generalstreik organisiert werden, um die Reichsregierung Cuno zu stürzen und eine Arbeiterregierung zu installieren. Dieses Ziel und die Vorbereitung jener Revolution ist innerhalb der KPD und Komintern als „Deutscher Oktober“ oder „Oktober 1923“ bekannt geworden. [28]

Doch verflog schnell die Hoffnung um eine tatsächliche Revolution. Bereits damals schon agierten faschistische und nationalistische Bewegungen innerhalb des Reiches, vor allem innerhalb der Reichswehr und störten die Versuche. Zudem agierte die Mehrheit der SPD unter Friedrich Ebert gegen die Revolutionäre und bildete nach dem Ende der Cuno-Regierung eine Regierung mit der DVP unter Stresemann [29]. Damit schien nicht nur das Ziel einer kommunistischen Räterepublik wieder in weiter Ferne, sondern auch die Einigung auf eine Einheitsfront gegen die nationalistischen Kräfte.

Folgenreich war die missglückte Revolution für die Brandler-Gruppe auf alle Fälle. Durch Stalins Stellung in der Komintern und als wichtigster Hintermann der KPD sägte er die Gruppe ab und versuchte die Macht dem linken Flügel der Partei zu übergeben [30]. Remmele selbst entging der Enthebung, obwohl auch er als Teil der Zentrale maßgeblich Teil des Revolutionsversuchs war. Er tauchte unter dem Pseudonym „Werner Luchholdt“ einige Zeit unter (nach ihm wurde deutschlandweit gefahndet) und schloss sich später der Mittelgruppe in der KPD an, einer innerparteilichen Oppositionsströmung[31]. Durch die Abwendung hin zur Mittelgruppe wurde er von der Komintern in Moskau im Frühjahr 1924 für eine Übergangszeit zum Parteivorsitzenden ernannt. Die Position behielt er vorerst auch, bis die linken Kräfte um Thälmann die Partei übernahmen [32]. Auch der Wechsel hin zur linken Parteiführung war das Werk Stalins, welcher versuchte, seine Macht weiter auszubreiten. Aber auch die KPD-Basis selbst sah die Hoffnung nun im linken Flügel [33].

Jene Zeit war für Remmele also wiedermals von vielen Umbrüchen geprägt, die ihn schlussendlich in die Parteispitze katapultierten. Ihm waren allerdings die kommenden Probleme durchaus bekannt. Der Faschismus erstarkte in der Mitte der 1920er-Jahre und sollte sich während der restlichen Lebenszeit Remmeles immer weiter ausbreiten. Im Gegensatz dazu stand Remmeles Kampf gegen diese neue Macht, welcher auch erstarkte. Einen Kampf, den er damals schon bestritt und weiter bestreiten würde. Das Stalin für ihn später ein Problem darstellen würde, konnte er damals aber nicht absehen. Im Gegenteil, damals war er Freund Stalins, wie viele andere Kommunist*innen auch.

An der Spitze des deutschen Kommunismus

Auch nach der Machtübernahme des linken Flügels blieb Remmele Teil der Parteispitze, wodurch er einer der wichtigsten Kommunisten in Deutschland wurde. Er kam 1924 in das Politbüro und wirkte dadurch entscheidend bei der Parteilinie mit. [34] Ebenso bedeutend wurde er innerhalb der internationalen kommunistischen Bewegung. Denn 1925 gelangte er in das Präsidium der Komintern, was ihn zu einem der wichtigsten kommunistischen Politiker in Deutschland werden lassen sollte [35]. Dort arbeitete er an der Seite Thälmanns, wodurch er gute Kontakte zur direkten Spitze erlangte. Damals agierte er mit Thälmann noch für den Stalinismus und stalinisierte die KPD [36], eine Entwicklung, die für ihn später noch zum Verhängnis werden sollte.

Während Thälmann für einige Zeit untertauchen musste, wurde Remmele der wichtigste Träger innerhalb der Partei. Nicht nur wurde er 1925 Polleiter in Berlin-Brandenburg [37], sondern durch den Einfluss in der Komintern wurde er ebenfalls Chefredakteur des KPD-Zentralorgans „Die Rote Fahne“ [38]. Dadurch war er in der wichtigsten Position für die öffentliche Meinungsbildung in der Partei. Zudem stellte er dadurch öffentlich die Meinung der Partei dar und erreichte damit die wichtigste Wahlkampffunktion in der Partei selbst. Selbst nach dem Verlust seiner Stelle als Chefredakteur 1926 blieb er bis 1932 als Chefredakteur von „Die Internationale“ einer der wichtigsten Meinungsbilder innerhalb der Partei, nur dieses Mal als Theoretiker. [39]

Deckblatt und Logo der „Roten Fahne“ vom 23. November 1918

 

Noch während Remmele Reichstagsabgeordneter war, wurde er im Mai 1928 von Stalin höchstpersönlich nach Moskau berufen. Dort sollte er zunächst im Präsidium der Komintern weiterarbeiten [40]. Allerdings musste er nur wenige Monate später, im Oktober nach Deutschland zurückkehren, um für Stalin Thälmanns Stellung in der KPD zu sichern [41]. Folge aus dieser Unterstützung Thälmanns war die Gründung eines Triumvirats 1929 zwischen Thälmann, Remmele und Neumann. Remmele war damit an dem Höhepunkt seiner Möglichkeiten, die Partei zu formen, angekommen. Chancen erboten sich, die alleinig durch Stalins Macht in der KPD hätten gedämpft werden können. Denn der von Stalin angestrebte ultralinke Kurs in der KPD war endgültig erreicht. Einen Kurs, der Stalin Macht gab und den Kampf gegen den Faschismus sogar vielleicht behindern sollte. [42]

Kampf gegen den Faschismus (Antifaschistische Aktion)

Wie allgemein bekannt ist, waren die Jahre um die Weltwirtschaftskrise die Zeit, in der der Nationalsozialismus innerhalb Deutschlands mächtigen Aufwind erlebte. Viele Menschen in Deutschland wurden arbeitslos oder lebten in Armut. Konsequenz für viele war damals eine Radikalisierung. Für die meisten von ihnen ging die Radikalisierung nach rechts zur NSDAP, aber auch für viele nach links, hin zur KPD. Diese Entwicklung erkannte auch das Triumvirat unter Remmele, der eine Veränderung der Parteilinie herbeiführen wollte. In seinem Werk „Schritt Halten!“ plädierte er für einen härteren Kurs gegen NSDAP, aber auch gegen die „Sozialfaschisten“ in der SPD [43]. Dort beschuldigte er gerade die Reformisten – eine Position, die er einige Jahre zuvor noch selber vertreten hatte – damit, dass sie der Nährboden für die NSDAP wären [44]. Allerdings betonte er dabei auch, dass er denke, dass „Übertreibungen und Überspitzungen gerade auf diesem Gebiet heillose Verwirrung anrichten müsste und auf nichts anderes hinauslaufen als auf […] Vernichtung aller unserer klassenmäßige Begriffe“ [45]. Weitergehend schrieb er: „Einheitsfront ‚weit über den Rahmen der freigewerkschaftliche und sozialdemokratisch organisierten Arbeiter hinaus‘. Also Einheitsfront mit den sozialdemokratischen Arbeitern ist hier ausdrücklich vorgeschrieben“ [46] und „Die Partei muß den Prozeß der Radikalisierung der Arbeiterschaft tatkräftig fördern und […] alle Tendenzen in der Mitgliederschaft der SPD und des Reichsbanners unterstützen.“ [47].

Zugleich sah Remmele also in der SPD eine Gefahr, aber auch eine neue Möglichkeit, mehr Arbeiter auf die Seite der Einheitsfront zu bringen. Anders als die merkische Theorie [48] innerhalb der KPD sah Remmele also eine Chance zur Einheitsfront gegen den Faschismus und für den Kommunismus. Problematisch war aber, dass Remmele weiterhin vom Sozialfaschismus in den Parteistrukturen der SPD ausging. Eine Kooperation mit der SPD wurde dadurch also schwierig. Seine Gegenhaltung zur SPD ging sogar so weit, dass er einen “Faschisierungsprozeß, der von der Staatsmacht ausgeht, und an dem alle bürgerlichen Parteien, vor allem die SPD, teilnehmen“ sah [49]. Der Fokus sollte also weg von Parteiarbeit und hin zur Agitation der Proletarier gehen. Ziel war es mehr eine Einheitsfront von unten aufzubauen. Remmele war der Auffassung: ”Der Kampf gegen den Faschismus muß als Massenkampf geführt werden. […] es ist ein Kampf an dem alle, aber auch alle teilnehmen müssen.” [50]

Hermann Remmele (um 1930), gemeinfrei

Mit dieser Auffassung übernahm Remmele schließlich die parteiinterne Aufgabe, den Faschismus zu bekämpfen. Ein wichtiger Teil dieses Kampfes war die Leitung des „Kampfbundes gegen den Faschismus“. Anders als der Name es vermuten lässt, war dieser antifaschistische Kampfbund nicht bewaffnet, da dies nach Parteilinie nur dem geheimen Roten Frontkämpferbund vorbehalten war. [51] Der „Kampfbund gegen den Faschismus“ sollte unter Remmele öffentlichkeitswirksam gegen den Faschismus ankämpfen, etwa durch Kundgebungen, öffentlichen Diskussionen und Entzauberung der Nationalsozialisten, Demonstrationen, Verteilung von Flugblättern und bei der Verteidigung proletarischer Wohngebiete. Die Nationalsozialisten sollten daran gehindert werden, die Arbeitslosen, die meist noch kommunistisch waren, für ihre Sache zu agitieren. [52]. Doch obwohl es vom Kampfbund nicht vorgesehen war, kam es durchaus auch zu Gewalttaten oder Tötungen von Nazis durch Kommunist*innen. Die Gewalttaten wurden von der KPD meist mit der Brutalität der Nationalsozialisten selbst legitimiert. Gerade im Verlauf des Kampfbundes artete dies teilweise aus. Ohne Anstiftung von Remmele und trotz späterer Verurteilung durch die Parteispitze (damit auch durch ihn) kam es rund um 1931 zu mehreren Terroranschlägen gegen NSDAP, SA und Polizei. [53] Zu erklären lässt sich dieser teilweise Kontrollverlust durch die Größe des Verbands. Rund 100.000 Mitglieder verzeichnete die Massenorganisation im Jahr 1931, aber Remmeles Ziel, die Agitation von sozialdemokratischen Arbeitern, gelang trotz dieser Masse nicht. [54]

Die große Mitgliederzahl des Kampfbundes lässt sich auch mit der Verortung in der Antifaschistischen Aktion begründen. Diese schuf sich auf Anraten Thälmanns im Mai 1932. Auslöser für die Gründung war die Attacke von nationalsozialistischen Abgeordneten auf kommunistische Abgeordnete, wobei die Kommunist*innen aus dem preußischen Landtag geprügelt wurden. [55]

Plakt zur Ankündigung einer Demonstrationskundgebung mit dem Sprecher Hermann Remmele aus dem Jahr 1932. © Württembergische Landesbibliothek / Bibliothek für Zeitgeschichte, Archivsignatur des Plakats: 3.6/90

 

Parteiverrat, Flucht und Ermordung

Während seiner Zeit als Leiter des Kampfbundes galt Remmele mehr oder weniger als „höchste Parteispitze“ [56] in der KPD und damit als wichtigster Kommunist in Deutschland. Innerhalb dieser Position versuchte Remmele vor allem stärker gegen die NSDAP vorzugehen. Um dies zu erreichen, versuchte Hermann Remmele Thälmann, Stalins engsten Vertrauten im Reich, mit der Hilfe Neumanns durch das Politbüro abzusetzen. Denn Thälmann, anders als Neumann und Remmele, sah den Hauptfeind weiter in der SPD. Eine Auffassung, die Remmele aufgrund seiner Arbeit im Kampfbund nicht verstehen konnte. [57]

 

Doch ihr Versuch scheiterte. Neumann wurde aus dem Zentralkomitee, der Partei und der Komintern geworfen. Remmele selbst bekam zunächst noch eine Verwarnung, doch 1933 wurde auch er aus dem Politsekretariat und -büro entfernt [58]. Alle beschriebenen Veränderungen sowie den Aufstieg des NS-Reichs erlebte Remmele allerdings mit dem Großteil seiner Familie nicht in Deutschland, sondern in Moskau. Dort arbeitete er seit August 1932 für die Komintern [59]. Er sah davon ab, wieder zurück in seine Heimat nach Deutschland zu kehren, da ihn dort der Tod erwartete. Nach ihm wurde deutschlandweit gefahndet.

Sein Leben und das seiner Familie in Russland waren geprägt von Diskriminierung und Verleumdung. Nach weiterem Kontakt zu Neumann wurde er zur öffentlichen Selbstkritik und dem Ende seiner politischen Laufbahn gezwungen, er durfte lediglich noch in der Komintern weiterarbeiten [60]. 1937 wurde er, später auch seine Frau und zuvor sein Sohn, vom NKWD verhaftet. Helmut Remmele wird 1938 vom NKWD erschossen, Anna Remmele nach 18 Monaten Haft nach Sibirien verbannt, wo sie 1947 starb.

Die Anschuldigung gegen Hermann Remmele lautete: „Teilnahme an einer konterrevolutionären terroristischen Organisation“, gemeint war damit die Neumann-Remmele-Gruppe [61]. Noch wenige Minuten vor seiner Verhaftung meinte er zu den stalinistischen Säuberungen: „Das hat alles seine Bewandnis. Das ist alles in Ordnung.“ [62].

Er wurde schließlich am 7. März 1939 verurteilt und am gleichen Tag auf dem Donskoje-Friedhof in Moskau erschossen. [63] Die Tochter Hedwig Remmele wurde nach Sibirien verbannt, durfte aber im August 1956 in die DDR ausreisen, wo sie um die Rehabilitation ihres Vater kämpfte.

 

Autor: Jan Brinkmann

Kontakt: info@fritz-bauer-forum.de

 

Quellen- und Literaturverzeichnis:

Becker, Klaus Jürgen: Zwischen Parteispitze und GULag. Hermann Remmele, in: Becker, Klaus Jürgen; Hildebrandt, Jens (Hgg.): Zeit der Extreme. Die kurpfälzische Arbeiterbewegung zwischen KZ und GULag, Ludwighafen am Rhein 2014, S. 2 – 9.

Herbst, Andreas; Weber, Hermann: Art. „Remmele, Hermann“, in: Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945, Berlin 2008, S. 605 – 607.

Klein, Martina; Schubert, Klaus: Art. „Revisionismus“, in: Das Politiklexikon, Bd. 7, Bonn 2003, S. 246.

Kommunistische Partei Deutschlands: Mit der KPD. Gegen Faschismus in Roter Einheit. Für Freiheit und Sozialismus, Berlin 1932.

Merz, Hans-Georg: Art. „Remmele, Hermann“, in: Neue Deutsche Biographie, Bd. 21, Berlin 2003, S. 419.

Peukert, Detlev: Art. „Remmele, Hermann“, in: Biographisches Lexikon zur Weimarer Republik, München 1988, S. 269.

Remmele, Hermann: Schritt Halten! Warum muss der Kampf gegen 2 Fronten gerichtet werden?, hg. v. Joachim Welsch (Die Internationale), Hamburg 1971.

Remmele, Hermann: Sowjetstern oder Hakenkreuz. Die Rettung Deutschlands aus der Youngsklaverei und Kapitalknechtschaft, Berlin 1930.

Remmele, Hermann: Wen wählt das deutsche Volk? Hitler oder Kommunisten, Berlin 1932.

Schalm, Annelie: Ruth Fischer. Eine Frau im Umbruch des internationalen Kommunismus 1920 – 1927, in: Buckmiller, Michael; Mechkat, Klaus (Hgg.): Biographisches Handbuch zur Geschichte der Kommunistischen Internationale. Ein deutsch-russisches Forschungsprojekt, Berlin 2007, S. 129 – 147.

Schuhmacher, Ernst: „Wir haben gelogen. Wir sind an allem selber schuld.“. Niederschrift eines Gespräches mit Hedwig Remmele, in: „Utopie kreativ“ 107 (1999), S. 61 – 69. Online abrufbar unter: https://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/107_Schumacher.pdf, letzter Abruf 02.01.2026.

Vatlin, Alexander: Zur Frage der „Russifizierung der Komintern, in: Buckmiller, Michael; Mechkat, Klaus (Hgg.): Biographisches Handbuch zur Geschichte der Kommunistischen Internationale. Ein deutsch-russisches Forschungsprojekt, Berlin 2007, S. 329 – 345.

Winkler, Heinrich August: Der Weg in die Katastrophe. Arbeiter und Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik 1930 – 1933, Bonn 1987.

 

Fußnoten:

[1] Becker: GULag, S. 3.

[2] Peukert: Remmele, S. 269.

[3] Herbst: Remmele, S. 606.

[4] Becker: GULag, S. 3.

[5] Ebd.

[6] Herbst: Remmele, S. 606.

[7] Merz: Hermann, S. 419.

[8] Zum Begriff „Revisionismus“: Der Begriff Revisionismus lässt sich auch mit „Reformismus“ ersetzen. Nach dem Revisionismus sollte der Sozialismus nicht durch eine Revolution, sondern über langsame Reformen herbeigeführt werden. (Klein, Martina; Schubert, Klaus: Art. „Revisionismus“, in: Das Politiklexikon, Bd. 7, Bonn 2003, S. 246.)

[9] Becker: GULag, S. 3; Merz: Hermann, S. 419.

[10] Herbst: Remmele, S. 606.

[11] Becker: GULag, S. 3f.

[12] Ebd., S. 4.

[13] Ebd.

[14] Herbst: Remmele, S. 606.

[15] Becker: GULag, S. 4.

[16] Herbst: Remmele, S. 606.

[17] Becker: GULag, S. 4.

[18] Peukert: Remmele, S. 269.

[19] Becker: GULag, S. 4f.

[20] Herbst: Remmele, S. 606.

[21] Becker: GULag, S. 5.

[22] Becker: GULag, S. 5; Herbst: Remmele, S. 606.

[23] Herbst: Remmele, S. 606.

[24] Peukert: Remmele, S. 269.

[25] Herbst: Remmele, S. 606; Merz: Hermann, S. 419.

[26] Schalm: Umbruch, S. 136.

[27] Schalm: Umbruch, S. 134.

[28] Herbst: Remmele, S. 606.

[29] Schalm: Umbruch, S. 134f.

[30] Schalm: Umbruch, S. 136f.

[31] Herbst: Remmele, S. 606.

[32] Becker: GULag, S. 6.

[33] Schalm: Umbruch, S. 137.

[34] Becker: GULag, S. 6.

[35] Herbst: Remmele, S. 606.

[36] Merz: Hermann, S. 419.

[37] Becker: GULag, S. 6.

[38] Herbst: Remmele, S. 606.

[39] Merz: Hermann, S. 419.

[40] Becker: GULag, S. 6.

[41] Herbst: Remmele, S. 606.

[42] Herbst: Remmele, S. 607.

[43] Becker: GULag, S. 6.

[44] Schritt, S. 9.

[45] Ebd.

[46] Remmele: Schritt, S. 14.

[47] Remmele: Schritt, S. 15.

[48] Zur merkischen Theorie: Nach Merker sind die Sozialdemokraten Teil der „Arbeiteraristokratie“, damit Teil der Bourgeoise und Feinde des Kommunismus. Sie seien genau so schlimm wie die „Nationalfaschisten“, auch weil sie nur ein Werkzeug der „Finanzoligarchie“ sind. (Remmele: Schritt, S. 81 – 90.)

[49] Remmele: Sowjetstern, S. 3f.

[50] Remmele: Sowjetstern, S. 24.

[51] Winkler: Katastrophe, S. 311.

[52] Vgl. Remmele: Sowjetstern, S. 2.

[53] Winkler: Katastrophe, S. 443.

[54] Winkler: Katastrophe, S. 603.

[55] Winkler: Katastrophe, S. 557ff.

[56] Becker: GULag, S. 6.

[57] Merz: Hermann, S. 419.

[58] Becker: GULag, S. 7; Merz: Hermann, S. 419.

[59] Merz: Hermann, S. 419.

[60] Becker: GULag, S. 7; Herbst: Remmele, S. 607.

[61] Herbst: Remmele, S. 607.

[62] Schuhmacher: gelogen, S. 62.

[63] Herbst: Remmele, S. 607.

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